Konzert in Bad Schwartau am Ewigkeitssonntag zum Ende des Kirchenjahres

Bad Schwartau am 20.November 2016. „Verleih uns Frieden gnädiglich“ – die in Musik gefasste Sehnsucht nach Frieden ist eines der herausragenden Themen unserer Zeit. Werke voller Tiefe und ungeheurer Kraft berührten die Seelen der Zuhörer. Noch treffender formulierte es der Bezirksälteste Stodtmeister direkt nach dem Konzert: Es war wie ein einziges großes Gebet. Hier wurde eine Friedenssehnsucht, wie auch der Wunsch nach der Nähe zu Gott, deutlich zum Ausdruck gebracht.

Bereits zum Auftakt wurde mit dem „Verleih uns Frieden“ von Hugo Distler und dem „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“ (Psalm 130) von Heinrich Kaminski eine sehr eindrückliche Verbindung zu Gott geschaffen. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass zwischen den Musikstücken sehr nachdenklich stimmende Wortbeiträge als Ruhepunkte in diesem Konzert die Möglichkeit eröffneten, die Gedanken schweifen zu lassen.
Ein Höhepunkt war der Sologesang mit Orgelbegleitung zum Leiden Christi „Pie Jesu“  aus Requiem op. 48 von Gabriel Fauré, vorgetragen mit hervorragender Leuchtkraft von der Sopranistin Hanna Ramminger. Zuvor gab es die Uraufführung der Motette „Verleih uns Frieden“ von Carsten Borkowski, die er selbst einstudiert und dirigiert hat. Mit großer Intensität, ja fast beschwörend, erfolgte hier der Ruf   „Herr, Gott (zu unsern Zeiten)“, so dass dieser Ruf im Herzen nachhaltig weiter klang.  Es ist ein sehr aktuelles Werk, welches sich zu entdecken lohnte, ein besonderer Ausdruck von Seelenmusik.
Für die Zuhörer, denen nach Anhörung der ersten Werke noch nicht bewusst war, dass aus dem angekündigten Konzert, ein einziges Gebet wird, folgte dann der innige, einfühlsam vorgetragene Hinweis „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“.  Dieses berühmte kurze Lied war für sich schon ein Gottesdienst der Zuversicht, ein Andachtsbild, welches sich eingeprägt hat.   
Ganz besondere weitere sakrale Vertonungen der Lutherworte stammen von Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn Bartholdy und Andreas Hammerschmidt. Über 300 Jahre lagerten die alten Noten von Hammerschmidt fast unberührt in den Archiven. Allein für die grandiose Aufführung dieses Werkes hätte der Chor und alle Mitwirkenden einen  „Preis für Alte Musik“ verdient. Wir können uns sehr darüber freuen, dass der entdeckungsfreudige Neuapostolische Kammerchor des Bezirks Lübeck unter der Leitung von Timo Schmidt eine absolute Rarität vorgestellt hat, die bei den Zuhörern große Begeisterung auslöste.
Dieses Konzert berührte alle Zuhörer, auch durch den Kontrast zwischen Neuentdeckungen aufgrund fehlender Vertrautheit mit mancher Klangsprache (bspw. „Ach, arme Welt“ von Johannes Brahms) und den zarten, tonschönen Momenten bekannter Musikstücke. 

Die Vorahnung, dass Gott dieses Konzert-Gebet erhören wird, verstärkt noch die Wirkung der vorgetragenen Friedenssehnsucht.
Die Zuhörer bedankten sich mit großem Applaus für die eindrückliche Friedensbotschaft.