Ehrenamtliche
Gebärdendolmetscher (m/w) gesucht

Seit vielen Jahren finden in der Neuapostolischen Kirche Gottesdienste für Hörgeschädigte statt. Die Predigt wird in Lautsprache gehalten und mit lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG) unterstützt. Priester Wolfgang Paetsch ist Ansprechpartner für etwa 40 hörgeschädigte Kirchenmitglieder und einer der ehrenamtlich tätigen Gebärdendolmetscher in der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland. Er berichtet von seinen bisherigen Erfahrungen und möchte zur Mitarbeit motivieren.

Priester Paetsch empfindet eine tiefe Dankbarkeit, wenn er von seiner Arbeit mit den hörgeschädigten Kirchenmitgliedern berichtet: „Das Vertrauen, das mir die Hörgeschädigten gegenüber aufbringen, die Annahme meiner Person, erzeugt ein Gefühl von Gleichgesinnung“, berichtet er. „Wir Helfer sind nicht nur Betreuer von Menschen mit Behinderungen, sondern sind Mitglieder dieser Gemeinde.“

Doch die Arbeit erfordert viele helfende Hände. Die Hörgeschädigten der gesamten Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland sollen auch in Zukunft die Möglichkeit haben, ihren Glauben im Gottesdienst zu erleben und teilhaben an der Gemeinschaft mit Christus. Daher werden ständig ehrenamtliche Gebärdendolmetscherinnen und –dolmetscher gesucht.

 

Voraussetzungen für die Arbeit als Gebärdendolmetscher in der Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland (m/w)

Interessierte Personen müssen keine staatlich geprüften Gebärdendolmetscher sein. Volkshochschul-Kurse und privat erlernte Fähigkeiten sind ausreichend.

Im Vordergrund sollten folgende Eigenschaften und Fähigkeiten stehen:

  • Ein deutliches Mundbild: Der Mund muss beim Sprechen sichtbar geöffnet werden, da Hörgeschädigte viele Begriffe vom Mund ablesen.
  • Eine einfache und deutliche Sprache (ohne Fremdwörter).
  • Eine klare Mimik: Der Gesichtsausdruck soll den Inhalt wiederspiegeln – eine freudige Nachricht wird mit einem freudigen Ausdruck vermittelt.
  • Termine für Hörgeschädigte wahrnehmen. Darunter fallen Gottesdienste, Versammlungen und weitere Veranstaltungen.
  • Der regelmäßige Kontakt mit hörgeschädigten Kirchenmitgliedern.
  • Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterbildung in der Gebärdensprache (privat).

 

  • Freude an Kommunikation.
  • Mitgefühl und Verständnis für die Situationen der Hörgeschädigten und die Fähigkeit, sich auf die Hörgeschädigten einlassen zu können.
  • Vorbehaltlose Akzeptanz der hörgeschädigten Kirchenmitglieder.
  • Offenheit, Sensibilität und Hilfsbereitschaft.

Bei Interesse zur Mitarbeit oder für mögliche Rückfragen, stehen Ihnen Bischof Thorsten Beutz und Bischof Thomas Matthes unter der Email-Adresse bhb@nak-nordost.de als Ansprechpartner zur Verfügung.

 

Das Sprechen von Gebärden – eine Gabe Gottes

Priester Paetsch arbeitet bereits seit etwa 28 Jahren ehrenamtlich für die hörgeschädigten Kirchenmitglieder der Neuapostolischen Kirche. Im Januar 2010 wurde er zum Ansprechpartner für die ehemalige Gebietskirche Norddeutschland und im September 2011 als Vorsteher für die „Gemeinde der Hörgeschädigten“ beauftragt. Zu dieser Gemeinde zählen seit 2017 auch Hörgeschädigte aus Süd-Niedersachen. So werden insgesamt etwa 40 Christen von Priester Paetsch, fünf weiteren Priestern und vier Diakonen betreut.

Doch steht Priester Paetsch nicht allein mit seinen Aufgaben: Priester Ralph Georgi ist seit diesem Jahr für die hörgeschädigten Kirchenmitglieder in Sachsen und Thüringen verantwortlich und Ansprechpartner. Er wird von Priester Schweda Dieter und weiteren Amtsträgern in seiner Aufgabe unterstützt.

Bereits vor zehn Jahren regte sich in Priester Georgi der Wunsch zur Mitarbeit, nachdem er in Eibenstock seinen ersten Gottesdienst für Hörgeschädigte erlebte. Dies motivierte ihn und seine Ehefrau zur Teilnahme an Seminaren in der Landesdolmetscherzentrale Zwickau, wo ihnen erste Grundkenntnisse der Gebärdensprache vermittelt wurden. Sein erstes Mitdienen im Gottesdienst sei für ihn sehr ungewohnt gewesen, erinnert sich Priester Georgi noch bis heute. Doch auch er sehe die Bereicherung in dem uneingeschränkten Vertrauen, welches ihm die hörgeschädigten Kirchenmitglieder entgegen bringen.

Vielfältige Tätigkeiten

Die Aufgaben der ehrenamtlich tätigen Priester sind sehr vielfältig: Für Priester Paetsch stehe vor allem die seelsorgerische Betreuung im Mittelpunkt seiner Arbeit. Dazu gehören unter anderem Seelsorgebesuche und Krankenbesuche. Des Weiteren gibt es einiges zu organisieren, wie das Suchen von Mitarbeitern und Helfern, die Planung bundesweiter Treffen, die Terminkoordination von Gottesdiensten und die Mitarbeit in speziellen Arbeitsgruppen, die sich um die Bedürfnisse und Wünsche von Menschen mit Einschränkungen und Behinderungen kümmern.

Leitgedanken dienen Amtsträgern als Vorbereitung auf den Gottesdienst. Etwa zwei Stunden benötigt Priester Paetsch, um sie in einfache, kurze und verständliche Sätze zu übersetzen und einen, für Hörgeschädigte verständlichen roten Faden zu formulieren. Auch die im Gottesdienst vorgetragenen Lieder werden übersetzt, eingeübt und schließlich vorgetragen.

Priester Paetsch habe selber kein Talent, eine fremde Sprache zu sprechen. Doch Gebärdensprache empfinde er nicht als Fremdsprache, sondern als ein Geschenk Gottes. Er verspüre Freude, Demut und einen besonderen Zusammenhalt bei seiner Aufgabe als Vorsteher für die Hörgeschädigten.

 

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